Joe O’Herlihy

Funktion: Audio Director, Front Of House Mix Engineer, Live Sound Engineer

Joe O’Herlihy ist der „Sound-Guru“ hinter U2. Er gehört praktisch seit Beginn von U2s Karriere zum U2-Camp. Es hat daher eigentlich noch kein U2-Konzert gegeben, bei dem der Sound nicht in Joes Verantwortung lag, sogar bis hin zur 360° Tour (2009-2011) bei der er als Audio Director und FOH Engineer dabei ist LINK
1972 gründet Joe O’Herlihy in seiner Heimatstadt Cork gemeinsam mit Dennis Desmond und Eamonn McCann die Soundtechnik-Firma „Stage Sound Hire“. Zuvor hat er hauptsächlich für Rory Gallagher gearbeitet und ihn auf seiner Welttournee begleitet. Im September 1978 mixt Joe zum ersten Mal U2 bei einem Konzert im Arcadia Ballroom in Cork. Bei einem weiteren Gig im Oktober 1978 fragt Paul McGuinness, ob er sich vorstellen könne, dauerhaft für U2 zu arbeiten. Seit dieser Zeit arbeitet Joe O’Herlihy für die Band.

Joes Arbeit beginnt in der Regel mehrere Monate vor Beginn einer Tour. Er erhält vom Management erste Informationen über die Veranstaltungsorte und bespricht dann mit den Showdesignern Willie Williams und Mark Fisher, welches Soundsystem zur Produktion passen könnte. Im Studio hört er sich die neuen Songs an, um erste Ideen zu sammeln, wie man das neue Material soundtechnisch live umsetzen könnte. Auch bei Promo-Auftritten anlässlich eines neuen Albums sind er und sein Team für die optimale audiotechnische Umsetzung verantwortlich. Das gleiche gilt für die Rehearsals, die vor Tourstart stattfinden. Auch hier trägt Joe die Verantwortung für das Zusammenwirken von Backline Crew, Monitor Engineers, ihm selbst und natürlich der Band.

Joe O’Herlihys Arbeitsplatz während einer Show ist der sogenannte „Front Of House (FOH)“-Bereich, der sich zentral in der jeweiligen Halle / Stadion befindet. Joe arbeitet eng mit Jo Ravitch zusammen, der selbst seit 20 Jahren zur Sound Crew gehört und als Audio Crew Chief dafür verantwortlich ist, das PA-System nach Joes Spezifikationen bereitzustellen.

Wenn das Soundsystem betriebsbereit ist, kommt Joe zum Soundcheck ins Stadion / in die Halle. Der Raum wird beschallt, d.h. es wird überprüft, welche Frequenzen Probleme bereiten könnten. Durch seine jahrzehntelange Arbeit mit U2 kennt Joe die meisten Venues und damit auch ihre akustischen Schwachstellen. Anschließend erfolgt der Soundcheck der einzelnen Instrumente. Die Techniker Sam O’Sullivan (Drums), Phil Docherty (Bonos Gitarren), Stuart Morgan (Bass), Dallas Schoo (Edges Gitarren) und Terry Lawless (Keyboards) checken zusammen mit Joe die einzelnen Instrumente durch. Die Backline Crew spielt anschließend einige Songs, was zur Überprüfung des Live-Gesamtsounds dient. Kommt die Band dann zum Soundcheck hinzu, muss aus Joes Sicht nur noch die Feinabstimmung vorgenommen werden. Die Band hat nun Gelegenheit, bestimmte Songs oder geänderte Arrangements noch einmal durchzugehen. Während des Konzerts ist Joe verantwortlich für den Soundmix. Er berücksichtigt die oft immense Lautstärke des Publikums und achtet darauf, dass die Musik auf eine „intelligente Weise“, wie er es formuliert, über all dem anderen „Lärm“ zum Tragen kommt. Besonders wichtig ist ihm dabei, dass Bonos Stimme und damit die Lyrics gut zu hören sind.

Auch im Studio arbeiten U2 mit Joe O’Herlihy zusammen. In den Liner Notes vieler Alben ist sein Name unter „Monitoring“ aufgelistet. Er war auch Namensgeber des „Achtung Baby“ Albums (siehe „U2 by U2“, deutsche Ausgabe, S. 232). Außer mit Rory Gallagher hat er u.a. mit REM, David Bowie und den Cranberries gearbeitet. 1991 war er als Sound Consultant an dem Alan Parker-Film „The Commitments“ beteiligt. Joe und sein Team haben mehrfach den in der Branche renommierten „TEC Award“gewonnen, letztmals im Oktober 2005.

Das einzig Negative an der Arbeit für U2 ist für Joe O’Herlihy, dass er durch das Touren viel vom Familienleben versäumt. Mit seiner Frau Marian hat er vier Kinder und kann tourbedingt bei der Geburt der ersten drei nicht dabei sein. Dies ändert sich aber im Dezember 1987, als die Band ihn während der Joshua Tree Tour per Concorde zurück nach Dublin schickt. Er erreicht um 10.05 Uhr das Mount Carmel Hospital, wo seine Tochter Louise um 10.26 Uhr das Licht der Welt erblickt.

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