U2 Vertigo 2005 - Live From Chicago


Schon eine Woche vor dem offiziellen Release haben wir ein paar Exemplare der neuen U2 DVD 'U2 Vertigo 2005 - Live From Chicago' (Popup LinkCover) in die Hände bekommen. Bei der U2 Nacht 2005 in Wien hat sie ihre Premiere gefeiert, wir haben uns extra noch etwas mehr Zeit genommen, um ein erstes Review dieser DVD zu machen. Alle allgemeinen Infos (Tracklist etc.) zur DVD findet ihr in unserem DVD-Special.

Die Verpackung

Die Chicago Einzel-DVD erscheint in einer Super Jewel Box, welche ähnlich der CD Jewel Case ist, nur in DVD-Format. Die Doppel-DVD kommt in einer hübschen Digi-Verpackung auf den Markt. In einem Pappschuber ist eine aufklappbare DVD-Hülle enthalten, wo in der linken Innenseite das Booklet fest verankert ist. Auf der rechten Seite liegen die beiden DVDs halb übereinander. Von der Verpackung her die wesentlich edlere Variante. Ob sich der Mehrpreis zur Einzel-DVD auszahlt, wird bei den Extras besprochen.

Das Booklet enthält 14 Seiten und ist mit Live-Bildern der einzelnen Band-Member versehen. Auf den ersten zwei Seiten sind alle Logos der Vertigo Tour wie ein Tapetenmuster zu finden: Vom roten "V" bis hin zur Atombombe, die ja alle auf Merchandise-Artikel der Tour zu finden sind. Stück für Stück findet man auf den kommenden Seiten Wörter, die zusammengesetzt eine Botschaft formen: "Don't become a monster in order to defeat a monster". Man ist sich dem Stil der Limited-Edition CD/DVD 'How to dismantle an atomic bomb' treu geblieben, handgezeichnete Ringe sowie die Zeichnungen auf dem Cover ähneln dem der Limited-Edition. Leider muß gesagt werden, dass das Booklet sehr enttäuscht und auch ziemlich mager bestückt ist mit 5 Bildern, 10 Wörtern, sowie ein paar Credits.

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Der Inhalt

Auf der DVD befindet sich ein Mix von den Chicago Konzerten der Vertigo Tour vom 9. und 10. Mai 2005. Primär wurde das Material vom 10. Mai (Bonos Geburtstag) benutzt, auch wenn es hier und da Änderungen gibt. Die Setlisten der beiden Nächte sind nahezu identisch, einzig das Abschlusslied ist jeweils anders ('40' am 9. Mai und 'Vertigo' am 10. Mai, wobei '40' auf der DVD benutzt wurde). Der Mitschnitt ist nahezu komplett; lediglich 'Party Girl', was an beiden Abenden gespielt wurde, fehlt auf der DVD. Das Konzert beginnt mit einem sehr kurzen 'Wake up' von Arcade Fire und geht über zu 'Everyone', welches als Intro im 1st Leg benutzt wurde.

Positiv anzumerken ist, dass beim Einlegen der DVD keine Copyright Erklärungen erscheinen und man gleich mit dem Konzert loslegen kann. Das DVD Menü beinhaltet natürlich Optionen für den Sound sowie eine "Track Selection". Die Spiellänge der DVD beträgt 2:19 Stunden, was unüblich lang ist für U2 Verhältnisse. Unten seht ihr ein paar Screenshots des DVD-Menüs.

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Das Konzert

U2 spielen in einer ihrer Lieblingsstädte, und man merkt es ihnen auch an. Die vier Herren aus Irland sind sehr locker bei der Sache und haben von der Spiellaune her einen guten Tag erwischt. Vor allem Bono merkt man die Energie an, die manch einer vielleicht im einen oder anderen EU-Konzert vermisst hat. Keine Frage, dass der B-Man an seinem Geburtstag eine tolle Show abzieht, oft mit dem Publikum interagiert und zu scherzen weiß. Dass Adam sein Dauergrinsen aufhat, ist nicht sonderlich erstaunlich, dafür umso mehr, dass man sogar Larry mal lächeln sieht. Auch das Publikum scheint seinen Spaß zu haben: Getrieben vom Geburtstagskind gehen die Zuschauer hier und da mal sichtlich mehr mit, als man das aus Amerika vielleicht gewohnt ist.

Das Konzert wirkt ziemlich uneditiert, sprich: Bonos (lange) Ansprachen und Co. sind dabei, wie auch die meisten Snippets ('Wake up', 'Bullet with butterfly wings', 'No regrets' und 'When Johnny comes marching home')! Einziger Wermutstropfen: 'Blackbird' am Ende von 'Beautiful day' und 'I can see for miles' während 'The Electric Co.' fehlen. Beide wurden nur am 9. Mai als Snippet benutzt und das ist wohl auch der Grund, warum sie nicht auf der DVD auftauchen. Dass die eigenen Werke mit von der Partie sind, ist natürlich keine Frage: 'Stories for boys', 'Cry' sowie auch das kleine 'Please' Snippet bei 'Bullet the blue sky' sind allesamt vorhanden.

Was einem wesentlich deutlicher auffällt, als bei bisherigen Live-Mitschnitten von U2 ist, dass kleinere Fehler seitens der Band nicht korrigiert wurden (Man hat ja nicht umsonst zwei Nächte gefilmt). Somit hört man einige Male wie sich Edge vergreift/verspielt ('Miracle Drug' Solo, '40' Beginn, 'Mysterious ways' Solo) und Bono mit den Texten durcheinander kommt ('Love and peace or else', 'Yahweh'), was das Ganze ein Stück sympathischer und authentischer gestaltet. Das haben sich wohl auch die Verantwortlichen gedacht und z.B. eine 'Elevation' Version auf der DVD gelassen wo Bono mit dem "Frosch im Hals" kämpft. Die richtige Entscheidung dass man nicht krampfhaft versucht eine perfekte Liveaufnahme zu produzieren (wie z.B. bei Popmart, wo einige Fehler ausgebessert wurden); Fehler gehören dazu - und das ist gut so.

Das Bild

Kurz gefasst: Es ist eine typische Hamish Hamilton Produktion. Ob das positiv oder negativ ist, bleibt natürlich Ansichtssache. Es wird wieder munter hin- und hergeschnitten und mittendrin ganz schnell mal reingezoomt. Insgesamt überrascht Hamilton auch mit einigen neuen Kamerapositionen, wie zum Beispiel mit einer Vogelperspektive direkt über der Bühne. Damit hat man einen netten Blick auf Edges Equipment und Pedale. Auch Larry (oder besser gesagt: Larrys Cymbals) werden des öfteren gezeigt, dass die ganze Bühne mal erscheint, passiert eher selten. Wer sich mit der Boston-Regie nicht anfreunden konnte, wird auch hiervon nicht begeistert sein, (teilweise unscharfe) Großaufnahmen von Händen, Gitarren und Schlagzeug sind wieder mal weit verbreitet. Einige Aufnahmen wurden wieder auf gleicher Höhe mit den Fans gedreht, somit sieht man oft Fanhände (samt unzähliger Mobiltelefone) im Vordergrund, (Licht)-Effekte stören auch manchmal anstatt dem ganzen einen kreativen Touch zu verleihen.

Ansonsten muß man anmerken, dass der Mitschnitt lebendiger wirkt im Gegensatz zu Hamiltons Boston-Produktion.

Zu kritisieren sind auch abermals einige fragwürdige Schnitte:
- Zwischen 'Vertigo' und 'Elevation' vergehen gerade mal 2 Sekunden und schon fängt das nächste Lied an. Während Edge beim ersten Schnitt gerade die Gitarre wechselt, beginnt der Intro-Riff schon; plötzlich steht er wieder vor dem Mikro.
- Bei 'Elevation' sieht man (mindestens einmal ganz deutlich!), dass Schnitt und Ton überhaupt nicht zusammenpassen! Min:Sek 13:52 - 13:54 - Bono singt zwar noch das Intro von 'Elevation', im Schnitt ist davon aber nicht viel zu erkennen.

Das Format des Konzertes ist 16:9.

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Der Sound

Die verschiedenen Tonformate lassen neuerlich nichts zu wünschen übrig, mit PCM Stereo, Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1 ist man bestens versorgt. Ein detaillierter Bericht zur Tonqualität wird nachgeliefert.

Die Extras

Auf der Bonus DVD befindet sich die Dokumentation "Beyond The Tour". Diese fasst den Tag des Konzertes vom 10. Mai aus verschiedenen Blickwinkeln zusammen. Hier wird die Vorbereitung der Show mit dem Aufbau der Bühne dokumentiert. In rund 31 Minuten kommen viele bekannte Gesichter um die Band in dieser Doku zu Wort, darunter Paul McGuinness, Dallas Schoo, Gavin Friday, Hamish Hamilton und viele, viele Fans, die teilweise schon zwei Tage vor der Show für den Einlass angestanden haben. Die Doku ist auf englisch mit Untertiteln in Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und Portugiesisch. Das Bildformat ist 4:3, der Ton lediglich in Stereo vorhanden.


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Ein weiterer Bonus sind die sogenannten Überwachungsvideos von Stagedesigner Willie Williams. Mit Infrarot-Kameras wird hier die Band auf der Bühne überwacht, es wird auch darauf hingewiesen, dass die Leute nicht darüber informiert wurden, dass sie gefilmt wurden. So gibt es die Songs 'Love And Peace Or Else', 'An Cat Dubh', 'The Electric Co.' und 'Running To Stand Stil' in kargem grau und aus Perspektiven, wie man sie von der Haupt-DVD nicht kennt. Die Dauer dieser speziellen Videos beträgt in Summe 21 Minuten.


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Entgegen den ersten Ankündigungen wurde auf die beiden Videos 'All Because Of You' und 'Miracle Drug' aus den Studios am Hanover Quay aus der BBC-Session am 16. November 2004 verzichtet. Dafür ist eine alternative Version des Videos 'Sometimes You Can’t Make It On Your Own' enthalten, welche Phil Joanou in Szene gesetzt hat. Das Video ist ein sogenanntes Single-Take-Video und wurden auf der Sheriff Street in Dublin am 15. Dezember 2004 aufgenommen. Bekannt aus dem Anfang des Original-Videos zeigt diese Version nur Bono, wie er die Strasse entlang geht. Bemerkenswert ist hier, dass man neben dem Album-Track auch während des ganzen Songs Bono hört, wie er den Song bei der Aufnahme gesungen hat.

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Zusätzlich befinden sich noch Links zu verschiedenen Institutionen, sowie 2 Bildschirmschoner auf der DVD. Etwas versteckt findet man noch das 3 Minuten Video "Behind The Scenes", wo der Entwurf und die Umsetzung der Vertigo-Tour Bühne erklärt wird.

Insgesamt ist sehr fraglich, ob der wesentlich höhere Preis die Anschaffung der Doppel-DVD-Version gerechtfertigt. Für den wahren Fan mag sowas ausser jeglicher Diskussion stehen, jener, der einfach nur die Vertigo Tour auf DVD haben möchte, kann getrost auf die Extras verzichten. Die Doku ist zwar nett, aber allzu viele neue und interessante Infos sind darauf nicht zu finden. Die Überwachungsvideos wird man sich wohl einmal ansehen und das war's. Dazu noch ein Video und man stellt fest, dass nur noch 2 Bildschirmschoner über bleiben. Die Bonus-DVD ist gerade mal zur Hälfte gefüllt. Hätte man da nicht noch das ein oder andere Video mit drauf packen können? Ausschnitte der anderen Show in Chicago, welche nicht auf DVD 1 gekommen sind? Alles in allem eine eher schwache Bonus-Disc, man hätte sich hier wesentlich mehr erwarten können und dürfen. Bleibt einem nur mehr die Suche nach dem 3 Minuten Osterei. Aber unser eins greift da lieber zum PC und sieht es sich dort an....

Technische Infos

Das Konzert auf der DVD hat eine exakte Länge von 2h 18Min und 30 Sekunden. Die Dateigrösse für das Bild beträgt 4701MB, der Stereo Sound benötigt 1573MB (1536 kbps), DolbyDigital 5.1 456 MB (448kbps) und der DTS-Sound benötigt 770MB. Die Grösse der DVD ist somit nicht ganz ausgenutzt, was nicht ganz verständlich ist, denn auch bei der Doppel-DVD sind auf DVD 1 keine weiteren Specials zu erwarten. Die Datenrate des Bildes beträgt in ruhigen Passagen zw. 3 und 5 MBit/s, in Liedern wo etwas mehr Action ist, steigt diese an bis zu 7 MBit/s. Das Bild ist technisch gesehen gut, Artefakte sind kaum auszumachen. Auf der Einzel-DVD befinden sich (leider) keine sog. Easter-Eggs.

Screenshots

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