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Irland

Um U2 und deren Musik zu verstehen, muss man auch die Geschichte von Irland kennen. Nur so wird es möglich, viele Lieder richtig zu interpretieren. Neben den U2-Sehenswürdigkeiten in Irland gibt es natürlich viele traumhafte Gegenden und Städte. Sei es eine Fahrt in den Süden nach Kilkenny, noch weiter in den Süden nach Cobh bei Cork, wo die mächtige St. Colman's Cathedral das kleine Dorf überragt, in der die Titanic zum letzten Mal angelegt hat, in den Westen, wo der 'Ring Of Kerry' zur Pflicht gehört, nach Dingle, dem westlichsten Punkt von Irland, oder rauf in den Norden, wo sich ein Riese einen Weg nach Schottland bauen wollte (Giants Causeway). Irland ist mit seinem saftigen Grün und herrlichen Landschaften ein Genuß, die Pubs in den ganzen Ortschaften, wo oft 7 Tage die Woche (v.a. im Südwesten) Live-Musik zu hören ist. Doch nun zur Geschichte von Irland:

Die Republik Irland wurde erst im Jahre 1949 gegründet, bis dahin war es ein steiniger und blutiger Weg. Lange Zeit war Irland unter der Herrschaft der britischen Krone. Bereits im 12. Jahrhundert übernahmen anglo-normannischen Eroberer die Insel. Jedoch konnte die Herrschaft nie auf die ganze Insel ausgeweitet werden. Dennoch gelang es 1541 dem englischen König Heinrich VIII zumindest formal König von Irland zu werden. Die Bevölkerung war zum großen Teil streng katholisch, die englische Krone, welche sich 1534 von Rom losgesagt hatte, versuchte trotzdem loyale protestantische Bevölkerungsgruppen anzusiedeln, was über die Jahrhunderte immer wieder zu Streitigkeiten und Blutbädern geführt hatte. 1800 beschloss das irische Parlament den 'Act of Union', welcher die endgültige staatsrechtliche Vereinigung Großbritanniens mit Irland bedeutete.

In den 1840er Jahren ereignete sich die wohl furchtbarste und auch noch bis heute prägendste Hungersnot der irischen Geschichte mit umfangreichen Folgen für die Bevölkerungszahl, die Wirtschaft und das kulturelle Gedächtnis Irlands. Mehrere aufeinander folgende Missernten führten zu einer Nahrungsmittelknappheit, der nicht nur etwa eine Million Menschen zum Opfer fielen. Gleichzeitig wurden dadurch etwa zwei Millionen Menschen zur Flucht von der Insel gezwungen, die meisten davon in die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Jahre 1851 war nach dem Beginn der Hungersnot die Bevölkerung von 8,8 Millionen auf etwa 6,6 Millionen zurückgegangen!

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Iren wieder sich für die Unabhängigkeit stark zu machen, wobei der irische Nationalstolz und die Religion eine große Rolle spielen. Bis in die 1920er Jahre wogte in ganz Irland ein bürgerkriegsähnlicher Konflikt zwischen britischer Armee und irischen Unabhängigkeitskämpfern hin und her, wodurch eine Teilung Irlands in den britischen Norden und unabhängigen Süden (Freistaat Irland) herbeigeführt wurde. 1937 wurde eine neue Verfassung angenommen, die Irland aus dem Commonwealth herauslöste. 1949 wurde Irland zur Republik und trat 1973 der Europäischen Gemeinschaft bei. In den 50er Jahren scheint es zu einer Entspannung der Lage zu kommen, doch schon 1968 beginnt wieder ein Bürgerkrieg: Aus einer friedlichen Demonstration einer katholischen Bürgerrechtsbewegung eskaliert die Gewalt: vor laufenden Fernsehkameras greifen die Polizei von Ulster und paramilitärische Schlägertrupps die Demonstranten

Als vermummte Unionisten 1969 zunächt in Londonderry bald aber auch in Belfast katholische Wohnviertel angreifen - ohne daß die vorwiegend protestantische Polizei reagiert - muß London aktiv werden. Im August 1969 schickt die britische Regierung 6000 britische Soldaten nach Ulster, um für "Ruhe und Ordnung" zu sorgen. Diese sind allerdings mit der besonderen in Nordirland vorherrschenden Situation in keinster Weise vertraut und auch nicht auf das Kommende vorbereitet. Die Gewalt eskaliert endgültig, als am 30. Januar 1972, der als Bloody Sunday in die irischen Annalen eingehen wird, britische Fallschirmjäger 14 unbewaffnete Teilnehmer einer verbotenen katholischen Bürgerrechts-Demonstration erschiessen.

Daraufhin geben sich Terror und Gegenterror Hand in Hand. Die unter dem irischen Staatspräsidenten de Valera verbotene Terrororganisation Irish Republican Army (IRA), welche sich 1919-21 im anglo-irischen Krieg gebildet hatte, beginnt ihre dritte Terrorwelle, die bis zum Ende des 20. Jahrhunderts dauern soll. Das erklärte Ziel der IRA ist der Schutz der katholischen Minderheit, die Vertreibung der Briten und die Wiedervereinigung. Ihre Methode ist der Terror.

Über Jahre hinweg gibt es unzähliche Bombenanschläge, 1994 kündigt die IRA einen Waffenstillstand an, die Protestanten schließen sich an. 1996 kündigt die IRA ihren Waffenstillstand aber erneut auf, die britische Regierung bricht daraufhin alle Gespräche und Verhandlungen mit der Sinn Féin, dem politischen Arm der IRA ab. Letztendlich gelingt es 1998-2000 unter der Federführung des amerik. Präsidenten Clinton einen Waffenstillstand auszuhandeln, der bis heute anhält. (Referenzen: Bundeszentrale für politische Bildung, Irland-Inside.de)

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