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20.08.2010
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Die Setlist ist schlecht - die Setlist ist super (part II)

Es ist wie im richtigen Leben: Gemeckert wird immer. Wir sehen es in unserem Forum, wie gerne und kontrovers über die Setlist diskutiert wird. Spätestens nach der ersten Doppelshow des Jahres 2010 in Horsens ist das Thema wieder hochaktuell. Was war das bitte für eine Setlist? Zwei Songs raus, einer rein. Enttäuschender hätte es für das Publikum nicht kommen können. Natürlich sagt die Setlist zunächst mal nichts über das Konzert aus und ich vermute, dass auch die zweite Horsens-Show klasse war. Dennoch drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Band auf eine Auswahl an Songs festgelegt hat und diese fortan runterspielt. Darf man darüber meckern? U2 waren nie eine Band, die ihren umfangreichen Back-Catalogue inklusive Perlen abwechslungsreich dem Publikum präsentiert. Seit jeher glaubt die Band insbesondere im Stadion eher auf die alten Schlachtrösser und bekannten Live-Songs setzen zu müssen. Dennoch waren U2 berechtigterweise immer stolz darauf, nicht mit einer Greatest-Hits-Tour herumzureisen, sondern vor allem neue Songs vorzustellen. Dies kann man ihnen auch bei der aktuellen Setlist sicher nicht vorwerfen. Leider ist aber gerade die 360° Tour ein Beispiel für eine von vorne bis hinten perfekt durchgeplante Show, in der es offensichtlich nicht möglich ist, die Setlist zu flexibilisieren. Ich möchte der Band zurufen, sie solle doch an ‚die guten alten Fans‘ (benutze ich diesen Begriff wirklich?) denken, die sich sehnlichst ein Gloria, ein Out Of Control, ein Exit oder ein Even Better Than The Real Thing wünschen. Aber es müsste gar nicht so kompliziert sein. In Horsens wäre es auch ganz einfach gegangen: New Year’s Day, Mysterious Ways, In A Little While, Miss Sarajevo raus. Pride, Desire, Stay, Stuck In A Moment hinein. Nicht besonders einfallsreich, aber immerhin. Was würde U2 auf solche Kritik antworten. Ich fürchte, sie würden mit Unverständnis reagieren. Man muss davon ausgehen, dass sie die Notwendigkeit einer Setlist-Variation gar nicht sehen und sich ergo auch keine Gedanken machen, mit welcher Perle sie aufwarten sollen. Damit wir uns nicht missverstehen, meine bisherigen Shows waren alle toll, aber eine kleine Portion Spontanität und Frische würde die Spannung innerhalb der Band hochhalten und U2s treuer Fanbasis die verdiente Abwechslung bringen. Dies gilt umso mehr für Doppelshows. Auf der anderen Seite deutet alles darauf hin, dass nur ein sehr kleiner Teil der Zuschauer mehr als eine Show pro Tour besucht. Warum also die (gute, erprobte) Setlist wechseln?


News geschrieben von Dirk am 20.08.2010 um 14:47

    



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