U2 Live On Tour

Tourarchiv » Vertigo Tour » 03.08.2005 München



U2 Konzert

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Vorgruppe / Line-Up

The Zutons, Keane

(Setlist)

Wissenswertes

Beim Konzert wurden 23 Songs gespielt (ohne Snippets). Insgesamt wurden 1 Songs weniger als beim Konzert zuvor gespielt. Es waren 22 Songs gleich wie beim vorherigen Konzert. Neu hinzu kamen folgende 1 Songs: Party Girl

Kommentar

Der Sound ist im Gegensatz zum Wetter sehr gut. Bei den ersten Songs steht Anton Corbijn zum Fotographieren auf der Bühne. Bono beginnt 'Beautiful Day' mit "Schöne Menschen, Schöne Nacht, Schöner Tag" und zum Schluss von 'I Still Haven't Found What I'm Looking For' sagt er "Thanks for waiting in the rain, for singing in the rain, for dancing in the rain". Die geplante Fanaktion mit den tausenden weißen Luftballons während 'Pride (In The Name Of Love)' ist ein voller Erfolg und Bono ruft in die Menge: "For 99,000 white balloons SING!". Bono verabschiedet das Publikum zum Schluss von 'One' mit "Servus". Zu 'Party Girl' holt Bono einen deutschen Fan auf die Bühne, der ein Schild mit der Aufschrift "Bono, let's play Party Girl" in die Höhe gehalten hatte.

Konzert Fotos

         

Fans beim Konzert

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Fans die dieses Konzert besuch(t)en, besuch(t)en auch... (Link: Liste einsehen)

Konzert Berichte

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· Presse: The Rock Radio
· Presse: U2.com

Konzertbericht von One Man

Irgendwie denke ich täglich an diese unvergessenen zwei Konzertstunden vom letzten Mittwoch. Es war und tat unglaublich gut. Die Tage, die ich seit Monaten darauf wartete, haben sich gelohnt. Es elektrisiert mich jetzt, eine knappe Woche danach, wenn ich die Musik höre und in den U2-Erinnerungen schwelge.

Jedes Konzert ist ja anders. Und man soll auch nicht ständig vergleichen - Köln 87 war schon super [Bono reichte mir in der zweiten Reihe stehend mal einen Plastikbecher Wasser an] und auch die zwei Frankfurter 92 u. 93 [Festhalle und Waldstadion] - aber: Das vom letzten Mittwoch war megamäßig - auch musikalisch unter diesen wettermäßig nicht ganz einfachen Voraussetzungen.
Besonders gefallen hat mir die phänomenale Ausstrahlung von Bono. Von der ersten Sekunde an hat er es geschafft, das Stadion zum Kochen zu bringen. Immer wieder schaute ich auf die Ränge, da ich befürchtete, dass der Funke in diesem Stadion dahin nicht überspringt. Aber: Viele Leute tobten auch auf der Tribüne vor Begeisterung.
Vor allem gefiel mir das würdevolle, respektvolle und achtungsvolle Verhalten Bonos gegenüber Menschen („Danke, dass Ihr mit mir diesen Abend verbringt!“ ggü. 75’ Fans; seine Gesten und Gespräch ggü. Jürgen, der Band; Verbeugungen, Dankesgesten etc.). Bono ist für mich keine Rockgröße, die die Bodenhaftung verloren hat oder sich selbst gerne feiern lässt. Ich erlebte Bono überhaupt nicht als Star, sondern als ganz normaler Mensch, der ganz, ganz wichtige innere Werte und Anliegen hat, die er der Welt mitteilen will und für die er sie gewinnen will. Konzerte/Lieder dienen ihm da „nur“ als Kommunikationsweg. Irgendeine Kraft treibt ihn. Meines Erachtens ist es der in Jesus Christuns menschgewordene biblische Gott. Ausserdem hat er selbst Freude – bei aller Ernsthaftigkeit – an dem Ganzen.
Die traurige Wahrheit ist leider, dass solche Leute in der Geschichte oft viel zu früh starben/sterben (Gandhi, Jesus, Martin Luther King, Bonhoeffer etc.). Die Ansage vor „Miracle Drug“ deutete zwischen den Zeilen auf gesundheitliche Probleme hin. Ein Fan (Apothekerin) erzählte mir vor dem Konzert glaubwürdig, dass Bono z.Zt. arge gesundheitliche Probleme hat und täglich Spritzen braucht. So wünsche ich mir persönlich für 2006 keine neue Platte oder Tour, sondern ein Sabbatjahr für Bono, das ihn an Leib, Seele und Geist genesen lässt.
Die Ballonaktion war natürlich einmalig. Wahrscheinlich so jemals nie mehr wiederholbar. Machte auch wirklich einen Eindruck auf die Band. Es müssen nicht immer komplizierte Ideen sein, die erfolgreich sind.
Mir hat übrigens auch das Wetter so wie es war gut gefallen (die doch etwas heftigen Regengüsse mal ausgenommen, obwohl das auch eine „eigene Atmosphäre“ geschaffen hat [Köpfe zusammenstecken, Folien überwerfen, Erinnerung an das Video „Under A Blood Red Sky“ am Anfang]). Bei 35° wären wohl viele Fans eingegangen wie Primeln…
Nachts haben wir drei (Andi, Henner und ich) übrigens nur 3 ½ Stunden geschlafen. Wir waren zu aufgewühlt von dem Abend. Außerdem fanden wir in dieser fremden Stadt nicht so schnell einen McDoof für unser Nachtmahl, nachdem wir nach Puchheim mit U-, S-Bahn und Taxi zum Quartier u. Auto fuhren.
Natürlich bleibt da noch der sehr "bittere Beigeschmack" durch die Securitys. Keine Angst: Ich möchte nicht in Wunden rühren und erspare Dir und mir einen ausführlichen Kommentar. Das Netz ist ja voll von fassungslos hasserfüllten, wütenden aber auch tragischen Berichten. Siehe z.B. unter www.u2-forum.com. Letztlich kann wohl nur der Security-Oberboss (es gibt neben einem noch drei, hab ich herausgefunden) dafür verantwortlich gemacht werden, der meiner Meinung nach absolut versagt hat:
1. In der Organisation und Einschätzung
2. dafür, dass er Leute eingestellt hat, die scheinbar teilweise sadistische Vorlieben auf Kosten von gespannten und erwartungsvollen U2-Fans ausleben wollten.
Hab schon überlegt, ob ich Bono schreib, dass er sich für die Fan-Rechte einsetzt. Ernsthaft!
Selten bis noch nie in meinem Leben bin ich Menschen über Stunden so schutz- u. schonungslos ausgeliefert gewesen um dann auch von ihnen so verletzt zu werden (seelisch - Gott sei Dank nicht körperlich). Das war Machtmissbrauch in intensiver Stufe. Noch immer bin ich vor Schock gedanklich wie gelähmt über so ein Verhalten von Menschen an Menschen.
Manchmal hab ich mich allerdings in den letzten Tagen auch „innerlich neben mich gestellt“ und an die Länder denken müssen, wo ein solches Verhalten von Seiten des Regimes an der Tagesordnung ist. Und da sind wir dann wieder bei den „Human Rights“ wo wirklich ich dafür dankbar sein kann - und das ist keine Floskel -, dass ich in einem Land leben darf, wo die Menschenrechte normalerweise nicht mit den Füßen getreten werden.
Natürlich stellt sich die Frage: Wie kann man so etwas verarbeiten? Denn es ging für uns drei Freunde ja im Stadion dann noch extrem weiter: Wir sind nicht in den vordersten Innenbereich gelangt, obwohl genügend Platz gewesen wäre. Ich stand übrigens direkt vor dem Durchlass. Alle anderen vor mir wurden durchgelassen. „Zufällig“ bei mir schreien die Schwarz-Jacken-Träger dann wie verrückt, dass keiner mehr rein käme. Seit 16.30 Uhr hoffte ich bis kurz vor dem Konzert um 20.55 Uhr, dass es vielleicht doch noch klappen würde… Ich hatte drei, vier ernstzunehmende u. glaubwürdige Argumente, so dass ich mir Chancen ausrechnete. Vergebens. Meinen Platz verließ ich aus Angst nicht, damit meine Chancen zu minimieren. Einen Klogang - obwohl eigentlich nötig - leistete ich mir nicht.
Ich selbst habe diesen Menschen vom Kopf her vergeben. Das musste ich in meinem Leben immer wieder mal tun. Und es wird wohl leider auch in Zukunft so sein werden. Das Herz braucht allerdings noch etwas Zeit, da eben auch die Negativ-Erinnerungen an den Mittwoch noch zu frisch sind. Aber es ist ja Gott sei Dank vom Schöpfer so eingerichtet, dass mit der Zeit eher die guten und angenehmen Erinnerungen bleiben als die schlimmeren.
(One Man, 09. August 2005)