U2 Live On Tour

Tourarchiv » Elevation Tour » 15.07.2001 München



U2 Konzert

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Vorgruppe / Line-Up

Söhne Mannheims

Wissenswertes

Beim Konzert wurden 21 Songs gespielt (ohne Snippets). Insgesamt wurden gleich viele Songs wie beim Konzert zuvor gespielt. Es waren 15 Songs gleich wie beim vorherigen Konzert. Neu hinzu kamen folgende 6 Songs: New Year's Day, I Will Follow, In A Little While, Desire, Stay (Faraway, So Close!), Bad

Konzert Fotos

         

Fans beim Konzert

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Konzertbericht von Stefan Zaruba / Oberpfalznetz

Erstmals seit 1997 singt Bono in Bayern - U2 verwandeln Olympiahalle in ein Iren-Haus.

"Bono ist heiser." Eine Schreckensmeldung macht am Sonntagnachmittag die Runde. Wissen tut's keiner der Fans, die seit Stunden den Eingang der Olympiahalle belagern. Und die Bässe vom Soundcheck, die nach draußen dringen, verraten noch nichts über Bonos "Vox". So harren die Anhänger von U2 im Gewitterregen dem Abschluss eines "Beautiful day" entgegen - und hoffen.

Nass kommen die meisten Fans an. Über München entlädt sich ein Wolkenbruch, dem der von U2 besungene "Summer rain" nicht das Wasser reichen kann. Mit weiße Fahnen, rote Teufelchen-Hörner, Plastikzitronen rücken die Fans an. Symbole für Songs, Alben und Epochen der letzten zwei Jahrzehnte. Was haben treue Fans nicht alles erlebt seit Anfang der 80er Jahre: Rebellen-Rock, Soul, Experimental-Pop und auf dem neuen Album wieder solide Handarbeit.

An diesem Sonntag, vor dem ersten Konzert in Bayern nach vier Jahren, kommt der alte Nippes wieder zum Vorschein, ebenso wie T-Shirts von so ziemlich jeder Tour, als sollten sie den Iren sagen: "Hey, spielt doch einfach Eure guten alten Lieder." Helfen würden die Fingerzeige kaum was, die Setlist steht lange fest. Dafür ist sie nach dem Geschmack der Fans, aufgestellt nach dem Motto: vom Neuen das Beste - und vom Alten auch.

Die Show beginnt so unspektakulär wie eine Band sie in der ausverkauften Halle nur anfangen kann: Bei brennendem Hallenlicht schlendern die vier auf die Bühne. Larry Mullen jr. klemmt sich seelenruhig hinter die Drums, Bassist Adam Clayton zieht seine Gitarre wie ein Sakko über, nickt der ersten Reihe zu. Star-Gitarrist "Edge" nestelt an seinem Instrument herum, während aus dem Nichts heraus das Publikum den "Tomb raider"-Hit "Elevation" anheult. Treffer! Bono steigt ein und kickt wie Kinostar Lara Croft mit seiner Stimme alle Diskussionen über Heiserkeit hinweg.

Der "Beautiful day"-Hit kommt als zweiter neuer Song, aber dann setzen die Iren einen ersten Klassiker: "Until the end of the world". Und spielen erstmals die neue Hallenbühne aus. Bono und Edge gehen ins Publikum: Ein Catwalk verläuft ringförmig durch die Arena. Die Iren mischen sich bis auf Griffweite unter die Fans, rocken mit "Desire" später gemeinsam auf einer Insel in der wogenden Menge ab. Sonst ist die Show schlicht gehalten und wie die Songauswahl eine Zeitreise durch U2.

Starke Schwarz-Weiß-Bilder auf Projektionsschirmen vergrößern das Bühnengeschehen, erinnern an den "Rattle and hum"-Film, grellbunte Hintergründe in geringen Dosen stimmen die Songs der 90er farblich ab. In "The fly" klatscht Bono nach einer Runde auf dem Laufsteg wie eine Fliege an die Wand, im Feuerzeug-Zünder "With or without" bettet er sich mit einem weiblichen Fan nieder. Das Publikum versteht die Gesten, so mancher junge Fan nicht jedes Lied. Das mag entschuldigen, warum einen rasenden Bono vor Augen Mädchen mit verzücktem Grinsen in "Sunday, bloody sunday" einstimmen als wäre der "Not-a-rebel-song" auf "Kuschelrock III" statt dem "War"-Album erschienen.

Selbst die Politik, ein altes Steckenpferd Bonos, das schon mal beim Alben-Produzieren bremst, kommt nicht zu kurz: Über einer irischen Fahne fordert Bono (alias Paul Hewson) "Get up, stand up", ins Programm kommt das Anti-Waffen-Feuerwerk "Bullet the blue sky", und beim deutschen Publikum bedankt sich Bono für Unterstützung seiner Kampagne zur Entschuldung der Dritten Welt. Da ist die Band bereits im Block der vier Zugaben. Auf den alten Gänsehaut-Kribbler "One" packt U2 noch die Hymne "Walk on". Bono ist jetzt so nass wie die Fans nach dem Regenguss, dafür sind diese heiser. Nach einem "Beautiful day" eben.