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  » Neues U2 Album: Songs of Experience

   Bonoman

   06.09.2017 um 19:40 Uhr

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Zwei Tage sind vergangen seit U2 die erste Single zum kommenden Album Songs of experience präsentiert haben. Dank des Auftritts bei Jimmy Fallon liegt inzwischen auch ein erster Live-Eindruck vor. You're the best thing about me ließ sicher nicht nur unsere Kopfhörer glühen. Lest nachfolgend, was das Team von u2tour.de vom neuen Song hält:

Stand heute beurteilen übrigens 50% der User, die an unserer Umfrage im Forum teilgenommen haben den Song mit "gut" oder "sehr gut".

Baker:
Aus meiner Sicht liefert U2 hier ein unbedeutendes Radiostück - positiv ist da nur, dass Glöckchen und "Ohooo´s" weggelassen wurden. Das Lied tut so keinem wirklich weh, wird mir in dieser Form aber nicht oft auf die Ohren kommen. Keine Ahnung warum, aber ich muss immer an Magnificient denken. Der Sci Fi Soul Mix gefällt mir deutlich besser und lässt darauf hoffen, dass sich der Song live noch entwickeln kann.

Dead Man: Der Song beginnt stark. Bono singt, Edge haut in die Saiten. Adam wie auch schon bei Blackout mit einem starken Sound. Im Refrain verfallen U2 dann aber wieder in alte Zeiten und erinnern stark an die schwache und kaum live gespielte Albumversion von "I know I'll go crazy...". Auch sind die Übergänge zwischen Refrain und Strophe teilweise sehr merkwürdig arrangiert, von dem seltsamen verzerrten Streichersound in Strophe 2 mal ganz zu schweigen. Der Sci-Fi Mix ist in meinen Augen die deutlich musikalischere Variante und kommt besser weg als die Singleversion. Da kann man nur hoffen dass die Nummer live deutlich besser rüber kommt.

Popmartian: U2's potentieller Sommerhit im Herbst. Wieso sollte die Veröffentlichungspolitik der Single besser laufen, als beim Album? Schwamm drüber, wichtig ist dass endlich etwas neues da ist. Die Nummer geht in Ordnung wenn man sich die Charts heutzutage ansieht, und genau darum geht es den Herrschaften ja. Mit Ryan Tedder im Produktions-Schlepptau hat man dafür auch die "richtige" Person an Bord gehabt. Adam Fans dürfen sich wieder über einen starken Auftritt freuen, generell herrscht ein sehr frischer Klangteppich. Man hört das Lied nicht ungern, in der Kategorie "seichter Popsong" haben U2 wahrlich schlimmere Sachen produziert. Größter Kritikpunkt bleibt das Gefühl einer zusammengewürfelten Produktion, man merkt dem Lied die vielen Produzenten und die Entstehungsdauer an. Und dennoch: aus heutiger Sicht kein "Skip-Lied" und als erste Single die beste Wahl seit langer Zeit.

Bonoman: Alles beim alten. U2 veröffentlichen eine neue Single und meine Begeisterung hält sich zunächst in Grenzen. Nach gefühlt 50-maligen Anhören dann die Erkenntnis, dass der Song gar nicht so übel ist. Eine Nacht drüber geschlafen und ich finde ihn plötzlich sogar ziemlich gut; obwohl The Best Thing relativ straight und nicht sehr subtil ist, stellt sich keine Langeweile ein - und somit hat der Song jedem Top 20 Hit der vergangenen Monate schon mal etwas voraus, er ist Mainstream-Pop ohne seicht zu sein. Durch seine Geradlinigkeit ist Best Thing im Grunde das Gegenstück zum leider arg überproduzierten Blackout. Ein unprätentiöses radiotaugliches Liebeslied mit schlichten Lyrics - so eine Nummer gestehe ich den Jungs gerne einfach mal zu. Die Kombi Blackout / Best Thing würde ich in etwa auf eine Stufe mit Invisible / Miracle stellen - und wenn das bedeutet, dass am Ende ein ähnlich starkes Album wie SOI dabei herauskommt, dann kann ich mich entspannt zurücklehnen. Leicht machen es einem U2 mit ihren ersten Singles nie - but it's the kind of trouble that I enjoy.



Follower: So hätte der Sommer klingen können, wenn die Single ein bisschen früher herausgekommen wäre. Sicherlich kein Meisterwerk für die Ewigkeit haben U2 hier einen radiotauglichen, möglichen Hit veröffentlicht, der sich recht schnell im Ohr festsetzt und erstmal da bleibt. Bass und Gitarre kommen insbesondere in den Strophen ganz gut rüber und lassen auf eine gute Live-Umsetzung hoffen - für mich sind und bleiben U2 eine Live-Band, bei der viele Songs live noch mehr packen, manchmal auch erst nach Jahren und Live-Bearbeitung. Live würde sich die Single gefühlt gut in den diesjährigen The Joshua Tree "Zugabenblock" mit Beautiful Day und Elevation einreihen und zum Tanzen und Springen einladen, in der Halle dürfte dann auch gern die Diskokugel erscheinen. Fazit: gut gemachter Pop und eine der vielen Facetten von U2, wobei ich persönlich bei Songs of Experience durchaus auf mehr "Rotziges" wie "The Blackout" hoffe.

Aenne82:
Da ist er nun, der neue Song. Nach dem ersten Hören: "Ok, kann man machen." Der Anfang gefällt mir, sogar sehr! Doch nach dem Ende denke ich: irgendwas fehlt, oder stört? Noch kann ich es nicht genau identifizieren, obwohl der Text im Ohr bleibt. Ich erwische mich, wie ich nach ca. 5x hören zu "The Blackout" wechsle und feststelle, dieser Song liegt mir mehr. Generell ist der Song kurzweilig und wird sicherlich viele Leuten gefallen, aber irgendwie sind wir beide - auch nach mehrmaligen Abspielen - noch immer nicht die allerbesten Freunde. Auch ich bin gespannt auf die Live-Version. Hier hat sich schon der ein oder andere Song bei mir persönlich von unten bis weit nach oben geschoben.

Hans: Nachdem der Track in einer von Kygo-remixten Form schon seit über einem Jahr auf youtube etc. die Runde machte, wusste man schon halbwegs, was einen erwarten könnte. Ich persönlich hatte meine Erwartungen aufgrund des bislang Gehörten komplett heruntergefahren und meine Hoffnung war lediglich "Hoffentlich wird es nicht ganz so schlimm." Aufatmen nach den kurzen Videos von Proben zum Song und den ersten Takten im Radio - so schlimm wie die Kygo-Version ist die Single-Version nicht. Vor allem der Refrain klingt erträglicher. Wir haben hier einen Pop-Song, der relativ flott und auch gewollt ins Ohr geht, aber auch mindestens genauso flott wegen seiner Eingängigkeit langweilig wird. Die Strophenteile finde ich noch okay, der Refrain ist aber mal wieder musikalische Theatralik pur. Als U2-Fan hat man das alles schon mal irgendwie gehört, gerade auf den letzten Alben. Ein bisschen Song For Someone, ein bißchen Crazy. Zwei der Songs, die ich auf den jeweiligen Alben mit am schlimmsten finde. Da fehlt eigentlich nur noch das Gitarrensolo, das Edge in beiden Versionen bereits gespielt hat. Dieses würde auch hier perfekt passen. Vom Aufbau des Songs her wird man den Eindruck nicht los, dass hier wieder Teile zusammengeflickt wurden, die man in verschiedenen Schubladen gefunden hat. Wundert aber auch nicht, wenn man bedenkt, dass das Album anderthalb Jahre später kommt als man es ursprünglich mal in Aussicht gestellt hatte. Es wird halt nicht alles besser, wenn man länger daran arbeitet. Interessant übrigens, wenn man alte Singles zum Vergleich anhört. Der Qualitätsabfall zu diesen Klassikern ist schon krass. Schade, dass man mit Gewalt im Radio gespielt werden will. Dieses gewollte Erzwingen nimmt dem Song die Leichtigkeit, die ihn letztendlich von den Songs, die dann wirklich im Radio gespielt werden, unterscheidet. Und damit am Ende auch noch etwas positiv erwähnt wird: Edges Gesangsteil kommt sehr gut.
Unterm Strich 6,5/10 Punkte.

bbking: Mir gefällt "You're The Best Thing About Me"! Und irgendwie schäme ich mich dafür. Denn U2 kommen mit einem lustig-seichten Sommerhit der Güteklasse Easy Listening daher. Der Song tut nicht weh. Er klingt beliebig und in der Produktion irgendwie zusammengeschustert. "Best Thing" ist die Lead-Single eines Albums, das Songs Of Experience heißt. Ich verstand unter dem Namen etwas anderes. "Best Thing" ist der Track eines Albums, das unter herbeigeholten Argumenten über eineinhalb Jahre später herausgebracht wird. Stecken in "Best Thing" 1,5 Jahre Optimierungsarbeit? Hört man die? Ganz zu schweigen von der Farce mit dem geleakten Kyo-Mix letztes Jahr. Von diesen Dingen kann ich mich schwer lösen, um den Titel entspannt zu genießen. Diese Band hat vor langer, langer Zeit Songs wie Love Is Blindness, Please, Running To Stand Still oder Bad geschrieben. Das steckt in meinem Hinterkopf und verhindert, dass ich "Best Thing" beschwerdefrei wertschätzen kann. Dennoch: Ich erlaube es mir, den Song mögen! P.S. Der Sci-Fi Mix klingt insgesamt etwas stimmiger.

Chris: Der erste Gedanke zum neuen Song war: Stellt man sich eine deutsche Frauenstimme zum instrumentalen Hintergrund vor, so wäre das eine solide Helene Fischer Nummer. Nach mehrmaligem Hören gilt es jedoch den von Zynismus und anfänglicher Enttäuschung geprägten Ersteindruck zumindest teilweise zu revidieren. Der Song erfüllt zwar weder die Erwartung, ein experimenteller, neu klingender Rocker zu sein, noch die, uns als tiefgehende Ballade mit viel Seele zu berühren. Doch wir neigen schnell dazu, U2 Songs auf Basis dessen, was sie nicht sind zu beurteilen. "The Best Thing" will nämlich nicht diese Erwartung erfüllen, sondern will schlicht einen positiven Vibe erzeugen und sich als früherbstlicher Sommersong in die Gehörgänge des Radiopublikums nisten. Das mag ihnen vielleicht gelingen, denn der Song ist in der Tat eine nette Popnummer, die das Prädikat "schlecht" eigentlich nicht verdient hat. Doch genügt das nicht den Ansprüchen, die U2 an sich selbst haben: Nämlich sich in jederlei Hinsicht auf dem höchsten Niveau zu bewegen. Maßstäbe für süßen und melodischen und zugleich stilvollen und tiefgehenden Pop sollten zum Beispiel die Werke von "The Shins" sein. "The Best Thing" reicht leider nicht an diese Qualität heran. Dazu wirkt er an vielen Stellen zu erzwungen und somit unauthentisch - zwar nicht, und das ist deutlich positiv hervorzuheben, mit dieser Krampfhaftigkeit, an welcher so manche Songs in der Vergangenheit schon mal erlegen sind. Aber sie wollen mit "The Best Thing" immer noch zu viel.

 
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